Osteopathie in Deutschland

Mit der Praktizierung osteopathischer Techniken begannen erste Heilpraktiker in Deutschland in den 1950er Jahren. Der Siegeszug der Osteopathie in Deutschland begann jedoch erst Ende der 1980er Jahre mit dem Start osteopathischer Ausbildungen durch Osteopathieschulen aus Belgien und Frankreich, die in Deutschland neue Standorte eröffneten.

startseite3Bis heute ist weder der Beruf des Osteopathen noch dessen Ausbildung staatlich geregelt (außer in Hessen durch die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung WPO Osteo). Osteopathie wird als Medizin angesehen. Nur Ärzte und Heilpraktiker dürfen Osteopathie ausüben, alle anderen Berufsgruppen dürfen nur auf Anordnung eines Heilpraktikers oder Arztes osteopathische Praktiken ausüben.

Der „Verband wissenschaftlicher Osteopathen Deutschlands e.V.“ (VWOD) setzt sich daher für eine einheitliche und gleichzeitig qualitativ hochwertige wissenschaftliche Osteopathieausbildung in Deutschland ein.

Zur Sicherung der Qualität osteopathischer Leistungen bietet der VWOD eine Osteopathensuche an, in der Mitglieder des VWOD gelistet sind, die eine wissenschaftliche Osteopathieausbildung abgeschlossen haben.

Ausbildung zum Osteopathen

Die Ausbildung zum Osteopathen kann auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen:

  1. Die Vollzeitausbildung
    Die fünfjährige Vollzeitausbildung mit mehr als 5.000 Unterrichtseinheiten richtet sich meist an Abiturienten. Während ihrer Ausbildung an speziellen Vollzeitschulen werden sie auf die Prüfung zum Erwerb des Heilpraktiker-Titels vorbereitet.
  2. Die berufsbegleitende Ausbildung
    Diese Ausbildung erfolgt in Deutschland meist an privaten Osteopathie-Schulen und richtet sich vor allem an Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten.

Die vier- bis fünfjährige Ausbildung besteht aus Wochenendseminaren, in denen die Schüler mindestens 1.350 Unterrichtsstunden absolvieren müssen. Theorie und Praxis gehen Hand in Hand: Zum Unterricht gehören deshalb neben medizinischen Grundlagenfächern wie Anatomie und Physiologie auch das Erlernen der verschiedenen osteopathischen Techniken. Eine Abschlussarbeit und eine Abschlussprüfung beenden die Ausbildung.

Die International Academy of Osteopathy (IAO) bietet Interessierten eine Besonderheit: Mit ihrem berufsbegleitenden Studium führt sie die Schüler zum Hochschulabschluss in Osteopathie – auch ohne Abitur. Im Rahmen der fünfjährigen Ausbildung kann der anerkannte Master of Science in Osteopathie der renommierten Hochschule für Gesundheit in Innsbruck (fhg) erworben werden. Mit mehr als 1.200 Studenten an 15 Standorten ist die IAO ältester und größter Anbieter einer akademischen Osteopathieausbildung in Deutschland.

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